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11.09.2020, 12:42 Uhr
CDU-Kreistagsfraktion sieht sich bestätigt - "Eine parlamentarische Anfrage belegt eindeutig, dass der bisherige Standort in Kranichstein am geeignetsten ist."
"Die CDU-Kreistagsfraktion Darmstadt-Dieburg lehnt den Neubau eines Landratsamtes an einem anderen Standort ab. Unabhängig von den finanziellen Belastungen des Landkreises sehen wir uns durch die Antworten der Kreisverwaltung auf eine parlamentarische Anfrage zur nächsten Kreistagssitzung am 14. September 2020 bestätigt. Daraus geht eindeutig hervor, dass die große Mehrheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreisverwaltung aus der Wissenschaftsstadt Darmstadt und den großen Städten im Westen des Landkreises stammt. Diese können bisher bequem das Jobticket des Landkreises nutzen und mit dem ÖPNV zur Arbeitsstelle fahren. Wenn das Landratsamt verlegt wird, müssten aufgrund der aktuellen Situation im ÖPNV viele Bedienstete auf den PKW umsteigen oder erheblich längere Fahrzeiten in Kauf nehmen. Dies kann vor dem Hintergrund der aktuellen Klimadebatte niemand wirklich wollen. Gutes und erfahrenes Personal sind der wichtigste Baustein einer Verwaltung. Die Attraktivität des Arbeitsgebers 'Landkreis Darmstadt-Dieburg' darf nicht durch Standortdebatten weiter gefährdet werden," fordert der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Lutz Köhler.   
Auch das Argument der Kreisspitze man brauche perspektivisch mehr Arbeitsplätze, weil die Kreisverwaltung stetig weiter anwachse, wurde durch die Corona-Krise widerlegt. Durch das Instrument des Homeoffice, das sich in den letzten Wochen und Monaten eingespielt und bewährt hat, lassen sich ausreichend freie Kapazitäten für Arbeitsplätze schaffen. "Darüber hinaus ist auch die Frage der Finanzierung eines Neubaus bei Weitem noch nicht geklärt", führt Köhler weiter aus.
 
"Vielmehr spricht sich die CDU-Kreistagsfraktion für den Verbleib des Landratsamtes in Kranichstein aus. Neben den günstigen ÖPNV-Anbindungen und der relativ zentralen Lage im Vergleich zu allen Kreiskommunen wurden hier in der Vergangenheit bereits erhebliche finanzielle Mittel in die Sanierung und den Neubau von Gebäudeteilen investiert. Im Falle einer Aufgabe des bisherigen Standortes wären diese Investitionen abzuschreiben, weil sie bei einem Verkauf nicht zu realisieren sind. Daher ist es in der Gesamtbetrachtung der Umstände am sinnvollsten weiter in den Standort Kranichstein zu investieren. Hier gilt es im Wesentlichen den Trakt 5 (ehemaliger Sitz des Jugendamtes mit Parkdeck) durch einen Neubau zu ersetzen und die Trakte 2 bis 4 (u. a. Sitz des Landrates und ehemaliger Sitz des Da-Di-Werkes) zu sanieren. Wenn man den Standort Darmstadt tatsächlich hätte verlassen wollen, hätte man vor rund 15 Jahren beim Auszug aus dem Standort in der Rheinstraße die Weichen dahingehend stellen müssen. Dieses Zeitfenster hat man damals aus guten Gründen ungenutzt verstreichen lassen, weshalb man nun sich mit den Gegebenheiten und Umständen arrangieren muss," so Fraktionsvorsitzender Köhler abschließend. 
 
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