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03.10.2018, 22:13 Uhr
Hessischer Kultusminister Lorz besucht Weiterstadt: „Schule ist nicht der Reparaturbetrieb der Gesellschaft. Es geht bei Bildung um Freiheit, Solidarität und Gerechtigkeit“.
Gemeinsam mit CDU-Landtagskandidat Lutz Köhler stellte sich Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz den Fragen der Eltern und Lehrern zur aktuellen Bildungspolitik und gab einen Ausblick auf die kommenden Jahre. 
40 interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer waren am 27. September zur CDU Veranstaltung ins Bürgerzentrum Weiterstadt gekommen, um gemeinsam mit Landtagskandidat Lutz Köhler und dem Hessischen Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz über die aktuelle Bildungspolitik des Landes zu diskutieren.
 
Köhler, der nicht nur Landtagskandidat der CDU, sondern auch Fraktionsvorsitzender der CDU im Kreistag ist, erläuterte den Gästen die bestehende Aufteilung der Bildungsaufgaben zwischen dem Land Hessen und dem Landkreis. Denn viele Bürger wüssten nicht, dass auch die Kommunalpolitik, in der Köhler bereits seit 2001 zuhause ist, für einen nicht unerheblichen Anteil im Bereich der Bildung zuständig ist, so u.a. für den Schulbau.
 
„Die Bildungspolitik in Weiterstadt ist mit recht über die Grenzen hinaus bekannt für ihre gute Vernetzung von Bildungseinrichtungen. Dabei arbeiten die kommunalen Träger Hand in Hand mit dem Land Hessen“, führte Köhler weiter aus.
Im Landkreis Darmstadt Dieburg habe man schon frühzeitig die Zeichen erkannt und bereits 2006 ein Schulbauprogramm mit einem Volumen von 500 Mio. Euro aufgelegt. „Wir haben dies auch als Opposition immer mitgetragen. Es ist bei uns parteiübergreifend Konsens, gute Schulen bereitstellen zu wollen“, so Köhler weiter. „Das Ergebnis konnte man hier auch vor ein paar Wochen erst hier in Weiterstadt sehen, bei der Neueröffnung der Albrecht-Dürer-Schule, die mittlerweile die größte Schule des Landkreises ist.“
 
Lorz führte aus, für ihn als Christdemokraten seien insbesondere drei Punkte als Leitlinien für seine Bildungspolitik wichtig. Dies seien die Grundwerte der Freiheit, der Solidarität und der Gerechtigkeit.
 
Mit dem Grundwert der Freiheit verbinde er, dass es Wege geben müsse, um der Vielfalt des Menschen gerecht zu werden. Dies gehe natürlich nicht, ohne ein wenig zu typisieren, etwa indem man verschiedene Schulformen schaffe. „Jede Form von Einheitsschule wird der Verschiedenheit der Kinder nicht gerecht“, sagte Lorz zu den Gästen. „Wir als CDU wollen die Vielfalt der Schulformen, der Studiengänge und der Wahlfreiheit gewährleisten. Dazu gehört eben auch, dass man eine Vielfalt von Angeboten bei den Bildungsgängen bereitstellt.“
 
Als Beispiel nannte Lorz u.a. den Ausbau der Ganztagsschule. Durch den Ausbau der Ganztagsschule sei die Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich erhöht worden. Für den „Pakt für den Nachmittag“ seien die Mittel verdreifacht worden und insgesamt hätten sich dadurch die Anzahl der offenen und gebundenen Ganztagsschulen verdoppelt.
„Entscheidend für uns sind der Bedarf und die die Wünsche vor Ort“, sagte Lorz. „Einfach vor Ort ein System vorzugeben, das funktioniert nicht. In der letzten Legislaturperiode ging es darum, die Ganztagbetreuung in der Breite aufzustellen. In der kommenden Legislaturperiode wollen wir in die Tiefe gehen, also im Detail weiter ausbauen und anpassen.“
 
Als weiteren Punkt sprach sich Lorz auf absehbare Zeit für die Erhaltung der Förderschulen aus. „Sie sind eine zweite starke Säule und gute Beratungszentren. In anderen Bundesländern hat man die Förderschulen quasi über Nacht abgeschafft und dies hinterher sehr bereut. Dann wurden sie erneut eingeführt. In Hessen wollen wir diesen Fehler erst gar nicht machen.“
 
Unter dem Grundwert „Solidarität“ versteht Lorz, dass die Bildungskategorien angepasst werden müssten. 
Den Erfolg der hessischen Bildungsprogramme könne man daran erkennen, dass Hessen die niedrigste Schulabbrecherquote habe. Dies hänge auch damit zusammen, dass alleine 750 Lehrerstellen an Schulen mit besonderen Herausforderungen zugewiesen worden seien, um deren Ressourcen zu verstärken.
 
Mit dem dritten Grundwert, der Gerechtigkeit, verbinde christdemokratische Politik Chancengerechtigkeit. Hierzu müsse es eine Durchlässigkeit der verschiedenen Bildungssysteme geben. „Heute werden 40 % der Hochschulzugänge über das berufliche System erreicht. Wir wollen keine Brandmauern zwischen den verschiedenen Bildungssystemen. Bei uns gibt es immer eine Anschlussmöglichkeit zur Weiterbildung, wenn man das denn möchte“, ergänzte er.
 
Des Weiteren kündigte Lorz die weitere Entlastung der Lehrkräfte an. In der aktuellen Legislaturperiode habe es nicht nur keinen Stellenabbau gegeben, es seien auch zusätzlich 3500 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen worden. Man arbeite auch in der Pädagogik mittlerweile mit sog. „Multiprofessionellen Teams“. Das bedeute, dass das Land selbst 700 sozialpädagogische Fachkräfte eingestellt habe, um die Lehrer zu entlasten. Zusätzlich gebe es Schulgesundheitsfachkräfte und es sollen auch Verwaltungsfachkräfte und Schulassistenten für die Schulen gewonnen werden, um die Lehrer von bürokratischen Aufgaben zu befreien. „Die Lehrer sollten das tun, wofür sie letztlich ausgebildet wurden, nämlich den Unterricht und die Pädagogik“ betonte Lorz. Er werde deshalb auch in der kommenden Legislaturperiode eine Lehrerbildungsreform anstreben, um die Lehrer bereits während ihrer Ausbildung auf die kommenden Herausforderungen im Berufsalltag stärker vorzubereiten. „Das halte ich für sinnvoller, als über Schulstrukturreformen zu reden. In diesem Bereich wollen wir dann auch das Thema Digitalisierung noch stärker angehen. Bei allen Problemen gilt, dass wir versuchen wollen eine vernünftige Lösung herbeizuführen. Aber jedem muss klar sein, dass Schule nicht der Reparaturbetrieb der Gesellschaft ist. Das kann keine Schule leisten“, so Lorz abschließend.
 
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